Bava Batra 273

Kapitel 273

א תנאי היא דתניא נכסי לך ואחריך לפלוני וירד ראשון ומכר ואכל השני מוציא מיד הלקוחות דברי רבי רבן שמעון בן גמליאל אומר אין לשני אלא מה ששייר ראשון
1 Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, und der erste es verkauft und verzehrt hat, so kann der zweite es den Käufern abnehmen – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der zweite erhalte nur das, was der erste zurückgelassen hat. –
ב ורמינהי נכסי לך ואחריך לפלוני יורד ראשון ומוכר ואוכל דברי רבי רבן שמעון בן גמליאל אומר אין לראשון אלא אכילת פירות בלבד
2 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagte jemand:] mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, so kann der erste es verkaufen und verzehren – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der erste erhalte nur den Nießbrauch der Früchte.
ג קשיא דרבי אדרבי ודרשב"ג אדרשב"ג
3 Somit befindet sich Rabbi in einem Widersprüche mit sich selber und R. Šimo͑n b. Gamliél in einem Widersprüche mit sich selber!? –
ד דרבי אדרבי לא קשיא הא לגופא הא לפירא דרשב"ג אדרשב"ג לא קשיא הא לכתחלה הא דיעבד
4 Rabbi befindet sich nicht in einem Widersprüche mit sich selber, denn eines gilt vom Kapital und eines gilt von den Früchten. R. Šimo͑n b. Gamliél befindet sich ebenfalls nicht in einem Widersprüche mit sich selber, denn eines gilt von vornherein und eines, wenn es bereits erfolgt ist.
ה אמר אביי איזהו רשע ערום זה המשיא עצה למכור בנכסים כרבן שמעון בן גמליאל
5 Abajje sagte: Wer ist ein schlauer Bösewicht? Wer einen Rat erteilt, Güter zu verkaufen, nach R. Šimo͑n b. Gamliél.
ו א"ר יוחנן הלכה כרבן שמעון בן גמליאל ומודה שאם נתנן במתנת שכיב מרע לא עשה כלום
6 R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Er pflichtet aber bei, daß, wenn er es als Sterbenskranker verschenkt hat, dies ungültig sei. –
ז מאי טעמא אמר אביי מתנת שכיב מרע לא קנה אלא לאחר מיתה וכבר קדמו אחריך
7 Aus welchem Grunde? Abajje erwiderte: Das Geschenk eines Sterbenskranken wird erst nach dem Tode geeignet, und jener ist ihm bereits zuvorgekommen. –
ח ומי אמר אביי הכי והא איתמר מתנת שכיב מרע מאימתי קנה אביי אמר עם גמר מיתה ורבא אמר לאחר גמר מיתה
8 Kann Abajje dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt, das Geschenk eines Sterbenskranken werde geeignet, wie Abajje sagt, beim Sterben, und wie Raba sagt, nach Eintritt des Todes!? –
ט הדר ביה ביי מההיא ממאי דמההיא הדר ביה דלמא מהא הדר ביה
9 Abajje ist davon zurückgetreten. – Woher, daß er von dieser Ansicht zurückgetreten ist, vielleicht ist er von jener zurückgetreten!? –
י לא סלקא דעתך דתנן זה גיטך אם מתי זה גיטך מחולי זה זה גיטך לאחר מיתה לא אמר כלום
10 Dies ist nicht einleuchtend, denn wir haben gelernt: [Sagte jemand:] da ist dein Scheidebrief, falls ich sterbe, da ist dein Scheidebrief nach dieser Krankheit, da ist dein Scheidebrief für nach meinem Tode, so hat er nichts gesagt.
יא אמר רבי זירא א"ר יוחנן הלכה כרשב"ג ואפילו היו בהן עבדים והוציאן לחירות
11 R. Zera sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, selbst für den Fall, wenn sich darunter Sklaven befunden haben, und er sie freigelassen hat. –
יב פשיטא מהו דתימא א"ל למיעבד איסורא לא יהבינן לך קא משמע לן
12 Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man könne zu ihm sagen, jener habe es ihm nicht gegeben, um damit ein Verbot zu begehen, so lehrt er uns.
יג אמר רב יוסף אמר רבי יוחנן הלכה כרבן שמעון בן גמליאל ואפי' עשאן תכריכין למת פשיטא מהו דתימא לשוינהו איסורי הנאה לא יהבי לך קא משמע לן
13 R. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, selbst wenn er dafür Totengewänder angefertigt hat. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe es ihm nicht gegeben, um es der Nutznießung zu entziehen, so lehrt er uns.
יד דרש רב נחמן בר רב חסדא אתרוג זה נתון לך במתנה ואחריך לפלוני נטלו ראשון ויצא בו באנו למחלוקת רבי ורשב"ג
14 R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor: [Wenn jemand gesagt hat:] dieser Etrog sei dir geschenkt und nach dir jenem, und der erste ihn benutzt und damit seiner Pflicht genügt hat, so kommen wir zum Streite zwischen Rabbi und R. Šimo͑n b. Gamliél.
טו מתקיף לה רב נחמן בר יצחק ע"כ לא פליגי רבי ורשב"ג התם אלא דמר סבר קנין פירות כקנין הגוף דמי ומר סבר קנין פירות לאו כקנין הגוף דמי אלא הכא
15 R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Rabbi und R.Šimo͑n b. Gamliél streiten ja nur über jenen Fall, denn einer ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, und einer ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals,